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Linsen-Technik der Zukunft
Mögen Sie Science-Fiction? Können Sie sich noch an Zukunftsvisionen für das 21. Jahrhundert erinnern? Einige sind wahr geworden. Wer hätte vor 30 Jahren sich vorstellen können, dass es winzige tragbare Telefone gibt, hauchdünne Kontaktlinsen, die problemlos über Nacht im Auge bleiben, oder Bildschirme mit Touch-Screen? Und die Technik entwickelt sich rasant weiter.
Der neue Zukunftstrend ist die AR-Technik. Sie steht für Software, die verschiedene Techniken kombiniert. Wer beim Bummeln in der Stadt eine witzige Brille sieht, kann diese fotografieren, das Handy sucht eifrig im Netz Datenbanken ab und meldet, wo es dieses Modell für wie viel Geld zu kaufen gibt. Ein GPS-Sensor kann sogar die Position des Nutzers orten und zum nächst gelegen Laden führen. Auf diese Weise kann man mit der Handykamera auch begleitete Stadtführungen machen oder als Wohnungssuchender schon mal den Computer die eigenen Möbel auf dem Bildschirm virtuell in die abfotografierte leere Wohnung einfügen lassen.
AR-Technik kommt in vielen Berufen zum Einsatz. US-Soldaten erhalten zusätzlich zum realen Blick auf das Kampffeld Satellitenaufnahmen der Umgebung auf einem Display gezeigt. Chirurgen können dank einer Software Röntgenbilder über das reale Bild legen und so genauer sehen, wo das Skalpell ansetzen muss. Es auch eine spezielle AR-Taucherbrille. Wer mit ihr durch einen normalen Pool schwimmt, sieht nicht nur die Kacheln, sondern auch seltene Fische, bunte Riffs und exotische Wasserpflanzen.
Forscher der University of Washington in Seattle entwickelt haben schon jetzt spezielle Kontaktlinsen für diese Technik entwickelt. In einigen Jahren werden sie auf dem Markt sein. Ein Mini-Display aus Leuchtdioden ist in die Kontaktlinsen eingebaut. Strom bekommt dieser Mini-Bildschirm aus einer integrierten Schleifenantenne. Unglaublich aber wahr: die neuartige Kontaktlinse kann das ganze Sichtfeld des Auges ausnutzen und zeigt große Bilder, die in einem Abstand von 50 bis 100 Zentimetern vor dem Auge zu schweben scheinen.
Noch ist die Technik nicht marktreif, das virtuelle Bild lädt nicht immer schnell genug um sich dem realen Bild anzupassen. Die Farben sind oft zu knallig, die Schatten wirken nicht echt. Aber das sind Anfänger Probleme. Die ersten Kontaktlinsen waren ja immerhin auch nicht wirklich bequem – sie waren aus Glas und die Augen haben sicher sehr gelitten. Immerhin bekamen sie keinen Sauerstoff und drohten durch Glassplitter verletzt zu werden. Und heute? Heute können Menschen mit Sehschwäche zwischen weichen oder harten Linsen wählen, Hornhautkrümmungen mit Kontaktlinsen korrigieren und auch die eigene Augenfarbe aufhübschen.
Auf solche Ideen sind Science-Fiction Autoren wie Jules Verne nicht gekommen. Das wahre Leben übertrifft eben oft die kühnsten Vorstellungen. Matrix war gestern, morgen kommt die virtuelle Welt direkt in unser Auge.
Bild: © Alexander Wurditsch – Fotolia.com
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