See more on Seeside » Vermischtes » Schlechtes Licht und schlechte Augen
Schlechtes Licht und schlechte Augen
Lesen unter der Bettdecke haben uns unsere Eltern streng verboten. Denn Schummerlicht war tabu und langes heimliches Lesen erst recht. Und wer hat auf den wohlgemeinten Ratschlag der Erzeuger gehört? Leiden wir deswegen an Sehschwächen? Nein, erklären die meisten Fachleute, denn ungünstige Lichtquellen erzeugen zwar trockene Augen, führen zu Ermüdung und zu einem dröhnend Kopf – eine dauerhafte Schädigung der Augengesundheit sei aber eher ausgeschlossen.
Dr Frank Schaeffel, Neuroophthalmologe an der Tübinger Uniklinik forschte nach – und erhielt für seine Untersuchungen sogar den bekannten Max-Planck-Forschungspreis. Mit Hilfe eines Versuches mit Hühnern konnte er die Auswirkung von Dämmerlicht auf die Sehfähigkeit genau studieren. Sein Fazit: “Geringe Helligkeit des Bildes auf der Netzhaut in Zusammenhang mit geringem Bildkontrast führen im Tiermodell des Huhns zu Kurzsichtigkeit.”
Sicher, Menschen sind keine Hühner, aber scheinbar hatten unsere Eltern doch recht, Kurzsichtigkeit kann durch Lesen mit der Taschenlampe verursacht werden. Also lieber Karotten knabbern, als Bücher lesen? Aber das wäre doch wirklich zu schade. Denn es gibt ja auch wirklich angenehme Kontaktlinsen, die das heimliche Bücherlaster geschickt tarnen.

Bild: © Anja Greiner Adam – Fotolia.com
Veröffentlicht unter: Vermischtes










