See more on Seeside » Augengesundheit, Vermischtes » Tränen und Kontaktlinsen
Tränen und Kontaktlinsen
Wir weinen vor Kummer, vor Glück und beim Zwiebelschneiden. Doch warum produziert unser Körper diese besondere salzige Flüssigkeit? Und warum ist sie gerade im Zusammenspiel mit Kontaktlinsen so besonders wichtig?
Egal ob weiche oder harte Linsen, Jahres- oder Tageslinsen: für angenehmen Tragekomfort ist eine ausreichende Menge an Tränenflüssigkeit nötig. Tränendrüsen am oberen Rand der Augenhöhlen bilden ständig Flüssigkeit – dieser Tränenfilm ist nötig, um die die Hornhaut ständig zu benetzen und jeder Lidschlag verteilt den Tränenfilm gleichmäßig über die Augapfel-Oberfläche. Die Hornhaut ist nur transparent, wenn ihr Wassergehalt bei 78% liegt. Ohne den Tränenfilm könnten wir also nicht sehen.
Der Tränenfilm versorgt die Hornhaut aber auch mit Sauerstoff und schützt das Auge vor Infektionen, denn er enthält keimtötende Substanzen und spült kleine Verunreinigungen heraus. Vor allem Kontaklinsenträger merken daher sehr schnell, wenn dem Körper Flüssigkeit entzogen wird, etwa bei Klimaanlagen oder in einer sehr staubigen Umgebung. Die Augen werden trocken und gereizt, die Linsen können nicht wie gewohnt auf der feuchten Hornhaut sitzen, wenn das Auge trocken ist.
Unmittelbare Hilfe gegen Schmutz und Staub können Sonnenbrillen leisten. Ansonsten sollten Kontaklinsenträger, die in klimatisierten Räumen arbeiten oder zu trockenen Augen neigen, Nachbenetzungsmittel parat halten.
Der Tränenfilm setzt sich aus drei unterschiedlichen Schichten zusammen:
- Die äußere fetthaltige Schicht: Sie sorgt für die glatte Oberfläche und verhindert das Verdunsten. Dient auch der Keimabwehr und schützt vor Infektionen.
- Die mittlere wässrige Schicht: Reinigt die Oberfläche und führt Sauerstoff an das Auge, sorgt für den Abtransport von Verunreinigungen und Fremdkörpern.
- Die dritte muköse Schicht: Grenzt unmittelbar an die Hornhaut an und bildet einen Puffer zwischen dem wässrigen Tränenfilm und der trockenen Hornhautoberfläche. Dank dieser Muchinschicht haften Kontaktlinsen auf dem Auge.
Die Proteine im Tränenfilm haben wichtige Abwehr- und Ernährungsfunktionen. Gleichzeitig können sie sich aber auch auf Kontaktlinsen absetzten, sodass eine gute Pflege nötig ist.
Der Säure-Basenhaushalt der Tränenflüssigkeit wird natürlich geregelt, verschiedene essentielle Salze beeinflussen den Stoffwechsel der Hornhaut. Hormonelle oder andere Einflüsse – zum Beispiel eine Schwangerschaft – können zu einer Stoffwechseländerung führen, sodass die die Zusammensetzung des Tränenfilms sich ändert.
Wenn das Tragen oder das Einsetzten der Linsen zu Augenreizungen oder einem sehr starken Trockenheitsgefühl führt und auch die Nachbenetzung nicht hilft, sollten Rücksprache mit dem Augenarzt gehalten werden. Vielleicht ist auch Zeit eine neue Kontaktlinse auszuprobieren.
Bild: © Claudio Emmrich – Fotolia.com
Veröffentlicht unter: Augengesundheit, Vermischtes










